Von Alexander Pschera

200 katholische Laien haben am 28. September 2019 vor der Engelsburg in Rom eine stille Gebetswache abgehalten. Auf Initiative der in Rom ansässigen Lepanto-Stiftung riefen die Teilnehmer in Sichtweite des Petersdomes die Engel um Beistand gegen die Feinde Gottes und der Kirche an.

Die Gruppe, die sich am Vorabend des Festes der Erzengel versammelt hat, nennt sich „Acies ordinata“. Der Name ist dem Hohelied aus dem Alten Testament entnommen. In Vers 6,3 und 6,9 wird die Braut in der Vulgata als „terribilis ut castrorum acies ordinata“ („schrecklich wie eine Heerschar“) bezeichnet. Die Überlieferung der Kirche hat die Braut stets auf Maria bezogen. „Acies ordinata“ gilt daher als Sinnbild für Maria.

Die Teilnehmer beteten den Rosenkranz und lasen Texte aus der katholischen Überlieferung vor, darunter aus dem Evangelium, dem Katechismus und Schriften der Heiligen. Zum Abschluss beteten sie das Glaubensbekenntnis.

„Wir bitten um die Hilfe der Engel, insbesondere des heiligen Michael, des Fürsten der himmlischen Heerscharen, und rufen sie an, die Verteidiger der Kirche und der christlichen Zivilisation zu beschützen“, heißt es wörtlich in einer Stellungnahme der Organisatoren. „Verwirrung, der Rauch des Satans, hüllt das Schlachtfeld ein.“ Um die „Mächte des Chaos“ zu besiegen, brauche es die reine Lehre, klare Worte, beständiges Beispiels, und Zusammenwirken der Seelen und Werke. Sie beten darum dass sie auf die Fürsprache der Gottesmutter, der Königin der Engel, zu einer Acies Ordinata, einer kampfbereiten Heerschar, geformt werden, schreiben die Organisatoren unter der Federführung des italienischen Historikers Roberto die Matteo.

Am 18. Januar wählte man München für die nächste Gebetsversammlung – und das nicht ohne Grund. Von der bayerischen Landeshauptstadt geht der sogenannte „synodale Weg“ aus, der mit zentralen Traditionen der katholischen Tradition brechen will. Hier residiert auch Kardinal Marx, in dem viele einen radikalen Modernisierer sehen.

An diesem kalten Samstag Nachmittag versammelten sich rund 200 Gläubige vor dem Odeonsplatz in stillem Gebet, das vom lateinisch gesungenen Credo beschlossen wurde. Unter die Betenden mischte sich auch Erzbischof Carlo Maria Viganó, der Papst Franziskus wegen seines allzu laxen Umgangs mit Mißbrauchsvorwürfen 2018 scharf angegriffen hatte.

Nach dem Gebet versammelte man sich zur Pressekonferenz vor einem gut besetzten Podium mit: Michael J. Matt (USA), Alexander „Pachamama“ Tschuguell (Österreich), Jeanne Smits (Belgien), José Antonio Ureta (Chile), John-Henry Westen (USA) und Roberto de Mattei (Italien).

Hier ging es dem Zeitgeist an den Kragen, aber so richtig. Matt sprach von der „Katastrophe des synodalen Weges“ und rief die Deutschen zu einem Widerstand auf, den er mit dem gegen Hitler verglich. Tschugguel sieht die katholische Kirche auf dem Weg in ein NGO-artiges, sozialverliebtes Gebilde, Jeanne Smits war der Meinung, die Pläne zur Frauenordination seien „ungerecht gegenüber den Männern und ungerecht gegenüber den Frauen“, José Antonio Ureta benannte die 5 Betrüge des pseudo-„synodalen Weges“, Roberto die Mattei rief den deutschen Zuhörern zu „Zahlt keine Kirchensteuer mehr!“ (denn die finanziert die Häresien von Marx & Co.) und John-Henry Westen schoss ganz scharf, in dem er seine Ansprache an Marx höchstpersönlich richtete: „Sie haben Blut an den Händen, und das Feuer der Hölle erwartet Sie“.

Diese Kampfansagen waren hörenswert. Deshalb hier die Originaltexte zum Nachlesen: