Von Alexander von Schönburg (Berlin) Ein paar Momente Autofahrt genügen heutzutage schon, um in Zorn zu geraten. Nicht der Verkehr bringt mich auf die Palme – das Radio war die Ursache! Gerade vorhin geschah es wieder: Ein schwuler Mann wird interviewt, der erzählt, dass er und sein „Ehemann“ nun Pflegeeltern geworden sind. Schwule seien ja per se die besseren Eltern, denn wenn sie ein Kind aufnehmen, sei dieses immer und ohne Ausnahme ein Wunschkind „und bekommt von Anfang an Liebe“ – im Gegensatz zu Heterosexuellen geschehe Elternschaft schließlich nicht einfach nur so versehentlich. Der brave Mann vom Rundfunk nahm das alles huldvoll entgegen und verabschiedete sich von dem „Vater“ nach einem ehrfurchtsvollen Gespräch ohne Widerrede. Super, dachte ich in diesem Augenblick, wenn wir das…